AlpenFlair & Trailrunning: Zwischen Festival-Bühne und Südtiroler Singletrails
Was passiert, wenn man die staubigen Running-Schuhe einpackt, die Playlist gegen Live-Gitarren tauscht und eine Woche im Juni im wunderschönen Südtirol verbringt? Es entsteht eine hochexplosive Mischung aus Adrenalin, Höhenmetern und Festival-Vibe. Vom 15. bis 21. Juni 2026 hieß es für mich: Tagsüber die Trails rund um Natz-Schabs rocken und abends vor der AlpenFlair-Bühne Vollgas geben.
Hier ist mein Rückblick auf eine intensive Woche zwischen Bergidyll und Bassgewitter.
Die Trails: Laufschuhe statt Festival-Stiefel
Bevor die Amps aufgedreht wurden – und auch mal als perfekter Katerkiller am Vormittag – ging es raus auf die Strecken. Südtirol bietet einfach die perfekte Kulisse für knackige Trailruns. Drei Touren haben es diese Woche auf meine Komoot-Liste geschafft:
- Knackige Kehren Runde von Laugen (17 km bis zur Burg Rodenegg): Eine anspruchsvolle Runde, die ordentlich Körner gekostet hat, aber mit Singletrails vom Feinsten und dem genialen Ausblick auf die historische Burg belohnt wurde.
- Brunnen Schabs Runde von Natz (10 km): Die perfekte Distanz, um geschmeidig im Flow zu bleiben und die wunderschöne Landschaft des Hochplateaus zu genießen.
- Blick auf die Rienzschlucht (6 km): Eine kürzere, aber optisch beeindruckende Runde mit einem spektakulären Tiefblick auf den wilden Fluss Rienza.
Festival-Auftakt: Die Warm-Up-Party in Natz (17.06.2026)
Das Festival startete wie gewohnt mit der legendären Warm-Up-Party direkt in Natz. Die Vorfreude war riesig, das Wetter spielte mit und die Stimmung war von der ersten Sekunde an absolut elektrisierend.
- Sitting Bull: Mit ihrem ehrlichen, handgemachten Rock sorgten sie direkt für die richtige Betriebstemperatur im Publikum.
- Steinhart: Die Jungs brachten mit ihrem kraftvollen Deutschrock die Menge ein erstes Mal so richtig zum Kochen.
AlpenFlair Tag 1 (18.06.2026)
Der erste offizielle Festivaltag lieferte direkt ein Kontrastprogramm, das von heimatverbundenen Klängen bis zu brachialem Metal reichte.
- AMPEX: Satter, moderner Deutschrock aus dem Herzen des Ruhrpotts, der sofort nach vorne ging.
- Die Jung Puschtara: Lokale Volksmusik-Power, die bewies, dass Tradition und Partystimmung perfekt zusammenpassen.
- Mountain Crew: Die „Woidboys“ aus Österreich brachten mit ihren energiegeladenen Party-Hits das gesamte Areal zum Springen.
- Melrose Avenue: Mitreißender Pop-Punk, der sofort für gute Laune und Festival-Feeling sorgte.
- Philipp Burger: Der Lokalmatador lieferte eine facettenreiche und stimmungsvolle Show mit seinen Solo-Tracks.
- Mike One: Drückende Beats und moderne Klänge, die das Publikum bestens für die Headliner anheizten.
- Eisbrecher: Brachiale Neue Deutsche Härte mit messerscharfen Riffs und der gewohnt gewaltigen Bühnenpräsenz von Alex Wesselsky.
- Ice Nine Kills: Ein theatralisches Metalcore-Feuerwerk der Extraklasse, das die Bühne in eine cineastische Horror-Show verwandelte.
AlpenFlair Tag 2 (19.06.2026)
Der Freitag stand im Zeichen von großen Emotionen, Legenden und echtem Punkrock.
- Drunken Swallows: Schnörkelloser, energiegeladener Punkrock von der Ostsee, der direkt ins Ohr ging.
- Lansdowne: Kraftvoller Alternative Rock aus den USA, der mit fetten Hooks und internationalem Flair überzeugte.
- Willkuer: Authentischer Streetrock, der mit ehrlichen Texten und harter Kante die Massen mitriss.
- Kastelruther Spatzen: Die absoluten Helden des volkstümlichen Schlagers sorgten für einen emotionalen Gänsehaut-Moment auf dem Hochplateau.
- Peter Maffay: Eine lebende Legende auf der Bühne, der mit seinen zeitlosen Rock-Klassikern Generationen vereinte.
- Unantastbar: Südtiroler Punkrock par excellence – laut, rotzig und vom Publikum lautstark mitgesungen.
AlpenFlair Tag 3 (20.06.2026)
Das große Finale brachte noch einmal alles, was das AlpenFlair ausmacht: Von Abriss-Rock bis hin zu epischen Hymnen.
- Schlussakkord: Melodischer Deutschrock mit Tiefgang, der den perfekten Startschuss für den letzten Tag lieferte.
- Kremer: Harte Riffs und ehrliche Worte, die ohne Umwege direkt in die Gehörgänge knallten.
- Tim Toupet: Mallorca-Feeling pur in den Bergen – absolute Partyeskalation und kollektives Mitsingen war programmiert.
- Goitzsche Front: Schnörkelloser, kraftvoller Deutschrock aus Bitterfeld, der die Menge ordentlich in Bewegung brachte.
- Lakeview: Ein cooler Mix aus Country-Vibe und rockigen Klängen, der frischen Wind auf das Festivalgelände brachte.
- Fäaschtbänkler: Die Schweizer Ausnahmemusiker rissen mit ihrem genialen Mix aus Pop, Rock und Blasmusik die Hütte komplett ab.
- Frei.Wild: Als krönender Abschluss lieferten die Jungs ein gigantisches Heimspiel ab, das den Natzer Apfelhügel erzittern ließ.
Sight-Seeing & Verpflegung: Das Drumherum
Wenn man schon mal in der Region ist, gehört ein bisschen Kultur natürlich dazu. Ein Ausflug ins nahegelegene Brixen stand auf dem Programm: Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen und dem Dom ist immer einen Besuch wert. Mehr Zeit blieb zwischen den Trail-Kilometern und den Konzert-Sprints dann allerdings auch nicht.
In Sachen Verpflegung war es die bewährte Mischung: Tagsüber wurde sich im lokalen Supermarkt in Natz mit den Basics eingedeckt. Für ein echtes kulinarisches Highlight sorgten die diversen Lokale vor Ort – besonders die Pizza im Goldenen Apfel ist absolut empfehlenswert. Abends gab es dann die klassische, unkomplizierte Festival-Verpflegung direkt auf dem Gelände.
Fazit: Akkus voll, Beine müde – Auf in die Marathon-Vorbereitung!
Es war eine geniale Woche voller Kontraste. Die Kombination aus anspruchsvollen Höhenmetern am Vormittag und ausgelassener Festivalstimmung bis tief in die Nacht verlangt dem Körper einiges ab, macht aber unglaublich Bock.
Das AlpenFlair 2026 war der perfekte, laute Abschluss einer entspannten Phase. Ab jetzt wird der Fokus wieder komplett verschoben, denn die Trail-Schuhe haben nur den Vorgeschmack geliefert: Der Startschuss für die strukturierte Marathon-Vorbereitung ist hiermit offiziell gefallen!





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